Autoimmunerkrankungen sind Erkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper vor Infektionen und Krankheiten, aber bei Autoimmunerkrankungen erkennt es bestimmte Zellen oder Gewebe als fremd und greift sie an. Es gibt viele verschiedene Arten von Autoimmunerkrankungen, darunter rheumatoide Arthritis, Lupus, Multiple Sklerose und Typ-1- Diabetes. Die genauen Ursachen sind oft unklar, können aber genetische Faktoren, Umweltfaktoren und Infektionen umfassen. Die Symptome variieren je nach Erkrankung und können von Müdigkeit und Gelenkschmerzen bis hin zu schwerwiegenden Organproblemen reichen. Die Behandlung zielt in der Regel darauf ab, das Immunsystem zu regulieren und die Symptome zu lindern. Unsere Expertin erklärt, wie das Immunsystem funktioniert, wie sich das Immunsystem manchmal selbst bekämpft und welche Möglichkeiten es zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen zum Beispiel in Form von Gentherapie gibt. Dr. rer. nat. Faranaz Atschekzei ist Gruppen-/Laborleiterin der AG Molekulare Immunologie an der Klinik für Rheumatologie und Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Die Personalisierte Medizin hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellt in der Krebstherapie mittlerweile einen festen Bestandteil dar. Das Angebot des ZPM richtet sich dabei in erster Linie an onkologische Patientinnen und Patienten, für die keine etablierten Therapieoptionen (mehr) zur Verfügung stehen. Mit Hilfe molekulargenetischer Diagnostik wird das Tumorgewebe untersucht, um genetische Veränderungen im Erbgut der Tumorzellen festzustellen und dadurch die individuelle Erkrankung besser zu verstehen. Eine Vielzahl dieser Veränderungen können als Ansatzpunkt für eine zielgerichtete Krebstherapie genutzt werden. In der Entzündungsmedizin wird der Ansatz der personalisierten Versorgung derzeit ausgeweitet, mit dem Ziel, die Molekularen Entzündungsboards (MEB) ebenfalls in der Krankenhausversorgung zu verstetigen. Ein zukünftiges Thema der ZPM wird auch die personalisierte Alternsmedizin sein, das heißt die richtige Prävention zum richtigen Zeitpunkt für alle Menschen anzustoßen. Dr. rer. nat. Fee Schmitt ist Geschäftsführerin des Zentrums für Personalisierte Medizin am Universitätsklinikum Tübingen.
Chronische Atemwegserkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten. Die betroffenen sind oft in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Beim Asthma bronchiale besteht oft eine Allergie, hier wurden in den letzten Jahren neue Therapien entwickelt, so dass bei den meisten Betroffenen ein guter Therapieerfolg erreicht werden kann. Die Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) ist die Folge des Rauchens, auch Umwelteinflüsse spielen hier eine Rolle. Grundpfeiler der Therapie bilden die Einatmung von Medikamenten, die Aufrechterhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit und natürlich das Beenden des Rauchens. Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Robert Bals ist Direktor der Klinik für Innere Medizin V, Pneumologie, Allergologie und Beatmungsmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes.
Bei der Refluxerkrankung fließt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück – und zwar nicht nur gelegentlich, sondern in krankhaft gesteigerter Häufigkeit. Typische Symptome sind Sodbrennen, saures Aufstoßen sowie Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein. In Deutschland sind über 8 Millionen Patientinnen und Patienten davon betroffen. In dem Vortrag werden die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten dieser weitverbreiteten Erkrankung vorgestellt. Prof. Dr. med. Alexander Hann ist stellvertretende Leiter der Gastroenterologie und Professur für Digitale Transformation in der Gastroenterologie am Universitätsklinikum Würzburg.
Beim Tinnitus leidet der Patient unter ständigen Ohrgeräuschen unterschiedlicher Lautstärke und Beschaffenheit, die scheinbar von außen kommen. Akut entstehen sie meistens im Ohr, oft aber entwickeln sie in zentralen Netzwerken des Hörsystems ihre Chronifizierung. Tinnitus betrifft jeden zehnten Menschen in Deutschland, Frauen wie Männer jeden Alters. Das ständige Pfeifen und Summen im Ohr führt zu Schlafstörungen. Depressionen und soziale Isolation können die Folge sein. Alles dreht sich nur noch um die Geräusche im Ohr. Die Patienten halten oft tagsüber den Alltagstress nicht mehr aus. Der Referent berichtet, welche Möglichkeiten die moderne Medizin gegen die lästigen Ohrgeräusche bereithält und wie Patienten lernen können, mit ihnen umzugehen. Dr. Uso Walter ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt und prktiziert in Duisburg.
Seelische Erkrankungen sind hierzulande derzeit laut den gesetzlichen Krankenkassen die vierthäufigste Ursache von Arbeitsausfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Depression bereits als mögliche Jahrhunderterkrankung. Doch wo liegen die Grenzen zwischen natürlicher Verarbeitung von Lebenskrisen und einer behandlungsbedürftigen Depression? Was sind typische Anzeichen? Welche Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle? Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? Ist eine Depression heilbar? Wie kommt es zum Eindruck von immer häufigeren Diagnosen in Deutschland? Wie verändert sich diesbezüglich unsere Gesellschaft? Univ. Prof. Dr. med. Martin Walter ist Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena.
Mit zunehmendem Alter kann es zu einer krankheitsbedingten Störung des Sehvermögens kommen. Zu den typischen Beschwerden zählen Probleme beim Lesen, das Erkennen von Gesichtern, Blendungsempfindlichkeit, brennende oder tränende Augen. Die häufigsten Ursachen hierfür sind die Entwicklung eines grauen Stars (Katarakt) oder grünen Stars (Glaukom), eines trockenen Auges und der altersbedingten Makuladegeneration (AMD - eine Erkrankung der zentralen Netzhaut). Eine rechtzeitige Behandlung kann die Beschwerden lindern und die Sehkraft erhalten. Der Referent informiert über Diagnose, Ursachen und Therapie dieser häufigsten Augenerkrankungen in der zweiten Lebenshälfte. : Prof. Dr. med. Hansjürgen Agostini ist Leitender Oberarzt und Leiter der Sektion Retinologie der Klinik für Augenheilkunde an der Universitätsklinik Freiburg.
Unsere Hände sind die wichtigsten Werkzeuge, um alltägliche Aufgaben zu erledigen. Bei Vorliegen von Beschwerden wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen merkt man aber, wie wichtig eine einwandfreie Funktion der Hände wirklich ist. Es gibt eine Vielzahl von beschwerdeauslösenden Faktoren und Funktionsstörungen. Das Ziel einer jeder Therapie sollte eine funktionierende Hand sein, um den Alltag bewältigen zu können und die Lebensqualität wieder zu steigern. Probleme an der Hand lassen sich oft konservativ behandeln, d.h. mit orthopädischen Hilfsmitteln und Krankengymnastik, gelegentlich werden aber auch Operationen notwendig. Der Vortrag soll einen Überblick über die häufigsten Beschwerden der Hand und deren Behandlungsmöglichkeiten geben. Dr. med. Boris Kurosch ist Facharzt für Orthopädie und praktiziert in Esslingen.
Frauenherzen sind im Vergleich zu männlichen Herzen kleiner und schlagen schneller. Besonders wichtig für Frauen ist jedoch zu wissen, dass sie anders herzkrank werden und Medikamente häufig weniger gut vertragen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten zwar als „Männerkrankheiten“, sind aber auch bei Frauen die häufigste Todesursache. Da die Symptome oft unspezifisch sind, suchen viele Frauen erst spät ärztliche Hilfe. Der Vortrag zielt darauf ab, das Bewusstsein für eine optimierte Versorgung von Frauen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu steigern. PD Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Sektionsleiterin Kardio-MRT (Zertifizierte Weiterbildungsstätte der DGK) und Ärztliche Leiterin derChest Pain Unit an der Medizinischen Klinik III/Kardiologie am Herzzentrum Wuppertal.
Venenerkrankungen nehmen stetig zu. Ungefähr jeder siebte Deutsche leidet an einer behandlungsbedürftigen Venenerkrankung. Symptome können zunächst optisch störende Krampfadern oder Besenreiser sein. Unbehandelt treten bei ausgeprägten Befunden Schmerzen und Hautveränderungen auf; Komplikationen wie Thrombosen oder offene Beine drohen. Selbst junge Menschen sind betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Der Referent wird in seinem Vortrag insbesondere darauf eingehen, was der Einzelne selbst zur Vorbeugung tun kann, wann eine Vorstellung beim Venenspezialist sinnvoll ist, welche Untersuchungen erfolgen und welche Therapieverfahren zur Verfügung stehen. Dabei werden neben der klassischen Operation mit Venenziehen ("Stripping") insbesondere die modernen schonenden Verödungsbehandlungen, mikrochirurgische schnittfreie Methoden, Radiowellen- und Laserbehandlungen sowie der Venenkleber vorgestellt. Diese minimal-invasiven Behandlungen sind schmerzarm, sehr sicher und daher ambulant teilweise nur in örtlicher Betäubung durchführbar. Dr. med. Martin Mory ist Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Phlebologie und praktiziert in Leonberg.
