In Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Mettmann Die vhs Mettmann-Wülfrath setzt ihre bewährte Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Mettmann fort und lädt zu einem weiteren Vortrag von Rainer Köster ein. Der pensionierte Lehrer und Historiker beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen Nachwirkungen im Kreis Mettmann. Mit dem Einmarsch der Alliierten am 16. April 1945 endete der Zweite Weltkrieg für Mettmann. Doch der Neubeginn war geprägt von enormen Herausforderungen. In seinem Vortrag beleuchtet Rainer Köster die unmittelbare Nachkriegszeit und die ersten Jahre des Wiederaufbaus in Mettmann. Rainer Köster schildert anschaulich, wie sich das Leben der Menschen in Mettmann und Umgebung nach der Befreiung veränderte. Die Zeit war geprägt von Plünderungen, Kriminalität und Gewaltverbrechen, die aus der Not heraus entstanden. Besonders schwierig gestaltete sich die Versorgungslage, die im sogenannten „Hungerwinter“ 1946 einen traurigen Höhepunkt fand. Ein zentrales Thema sind die sogenannten „displaced persons“ – Menschen, die während des Krieges nach Mettmann verschleppt worden waren und nun eine neue Perspektive suchten. Hinzu kamen zahlreiche Flüchtlinge, die unter großem Wohnungselend litten. Die Entnazifizierung in Wort und Tat, die ersten demokratischen Wahlen in Stadt, Kreis, Land und Bund sowie die Währungsreform von 1948 und die Gründung neuer staatlicher Strukturen werden ebenso behandelt wie die Auswirkungen des Kalten Krieges auf das Leben vor Ort. Der Vortrag geht auf die ersten „Säuberungen“ in den Gewerkschaften, die Einführung von Mitbestimmung und Betriebsverfassung sowie das Londoner Schuldenabkommen von 1952/53 ein. Auch zentrale politische Ereignisse wie die große Stuttgarter DGB-Demonstration und der anschließende Generalstreik In der Bizone 1948, der Volksaufstand vom 17. Juni 1953, die Wiederbewaffnung, die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG), die Gründung der Bundeswehr und das KPD-Verbot von 1956 werden im lokalen Kontext beleuchtet. Zur Veranschaulichung werden passende Ausschnitte aus zeitgenössischen Dokumentarfilmen gezeigt. Die letzten 15 Minuten sind für Nachfragen und eine offene Diskussion reserviert.
Von römischen Inschriften über mittelalterliche Handschriften bis zu Bauhaus-Schriften und digitalen Fonts – Schriftgestaltung war nie nur Dekoration, sondern Ausdruck von Kultur, Macht und Identität. Welche Botschaften tragen Buchstaben im öffentlichen Raum, und warum prägt Typografie unser Denken mehr, als wir glauben? Nicole Klemens, M.A., ist Kunsthistorikerin, Dozentin und Kunstvermittlerin in verschiedenen Museen. Bitte beachten: Die Zugangsdaten werden Ihnen per E-Mail zugeschickt.
In Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Mettmann Die vhs Mettmann-Wülfrath setzt ihre bewährte Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Mettmann fort und lädt zu einem weiteren Vortrag von Rainer Köster ein. Der pensionierte Lehrer und Historiker beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen Nachwirkungen im Kreis Mettmann. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die vielfältigen Formen der Verdrängung, Verharmlosung und Verdrehung der NS-Zeit in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Rainer Köster beleuchtet, wie Jüdinnen und Juden sowie Zwangsarbeitende nach 1945 in der öffentlichen Wahrnehmung marginalisiert wurden. Auch die Rolle der Alltagssprache und die Macht der Gewohnheit (etwa in Redewendungen wie „innerer Reichsparteitag“) werden kritisch hinterfragt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung der NS-Zeit in Literatur, Film und bildender Kunst, etwa anhand von Werken wie „08/15“ oder „Rosen für den Staatsanwalt“. Der Vortrag thematisiert zudem die Rückkehr ehemaliger NSDAP-Mitglieder in zentrale Positionen von Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie die erneute Inhaftierung von bereits in der Nazizeit verfolgter KPD-Funktionäre wie Hugo Paul (Remscheid). Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit werden anhand zentraler Ereignisse wie dem Mauerbau 1961, den Auschwitzprozessen und dem sogenannten „EGOWIG“-Gesetz von 1968 nachgezeichnet. Auch das Wiederaufleben des Neofaschismus in Form von Parteien wie NPD, Republikaner und DVU sowie der gesellschaftliche Widerstand dagegen (etwa durch das Mettmanner Bündnis für Toleranz und Zivilcourage) werden beleuchtet. Abschließend richtet sich der Blick auf aktuelle Herausforderungen im Umgang mit Begriffen wie „biodeutsch“, „Entvolkung“, „Remigration“ oder „Schuldkult“, die heute erneut gesellschaftliche Debatten prägen. Der Vortrag wird durch Ausschnitte aus Dokumentarfilmen ergänzt. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch über die behandelten Themen.
Obwohl viele der Auschwitz-Überlebenden über das Erlittene schwiegen, setzten sich ihre Traumata fort bis in die dritte Generation. Die jedoch beschäftigt sich nicht nur mit der Familiengeschichte, sondern zeigt ihr Jüdischkeit und auch deren Vielfalt sehr bewusst. Zumindest bis zu dem Tag, als die Hamas Israel überfiel. Seit dem Beginn des Nahostkonflikts hat sich für alle Jüdinnen und Juden in Deutschland, insbesondere für die hier lebenden Israelis, der Alltag drastisch verändert: Antisemitismus war auch zuvor ein Thema, jetzt aber zeigt er sich in einer ganz neuen Dimension. Andrea von Treuenfeld liest aus ihren Büchern »Leben mit Auschwitz. Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation« und »Jüdisch jetzt! Junge Jüdinnen und Juden über ihr Leben in Deutschland« sowie »Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober«. Andrea von Treuenfeld ist Journalistin - Autorin - Moderatorin Bitte beachten: Die Zugangsdaten werden Ihnen per E-Mail zugeschickt.
Veranstaltung in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf Wo gibt es in der Stadt heute noch sichtbare Spuren der NS-Zeit? Welche Zeichen der Erinnerungen gibt es? Wo wird an einzelne Menschen, die verfolgt und ermordet wurden, erinnert? Wer hat die „Stolpersteine“ erfunden und an wen erinnern diese Steine? Was passierte nach 1933 auf der Kö? Das Kunstprojekt von Gunter Demnig existiert seit 1992. Seitdem hat er in Europa fast 80.000 Stolpersteine für alle Opfer des Nationalsozialismus verlegt. In Düsseldorf werden die Betreuung der Verlegung und alles Organisatorische von den Mitarbeiterinnen der Mahn- und Gedenkstätte bzw. des Förderkreises übernommen. Nach jetzigem Stand (Juli 2025) liegen auf dem gesamten Stadtgebiet 427 Stolpersteine. Quelle: https://gedenkstättedüsseldorf.de/bildungsangebote/stolperstein-stadtspaziergaenge/
In Kooperation mit den Volkshochschulen Hilden-Haan, Monheim am Rhein, Langenfeld, und Erkrath Hermann, Varus und der Teutoburger Wald - Auch im Rheinland ist die sagenumwobene Varusschlacht bekannt, genauso wie die vermeintliche germanische Kultstätte "Externsteine". Seit jeher prägt Verklärung unser Bild auf das Germanentum, auf den zweiten Blick aber entpuppt sich vieles als konstruierte Vergangenheit - politisch motiviert und in der Moderne geschaffen, um dem vergleichsweise jungen Deutschen Reich identitätsstiftende Helden zu liefern. Auch heute werden "die Germanen" als Projektionsfläche unterschiedlichster politischer Erwartungen Gegenstand von Ideologiebildungen, insbesondere in rechtsextremistischen Kreisen. Gehen Sie im Rahmen dieser Exkursion mit uns auf eine Entdeckungsreise in den Teutoburger Wald. Wir besuchen im Rahmen der Exkursion die Externsteine sowie die Wewelsburg. Wir hinterfragen kritisch unsere Interpretation von Geschichte und diskutieren, welche Funktion Geschichtsbilder in politischen Ideologien erfüllen können. Bitte beachten: - Alle Bus-Transfers sowie die Eintrittsgelder und Vorträge sind in der Gebühr enthalten. - Sie erhalten die Gelegenheit zu einem Mittagessen, dieses ist jedoch nicht im TN-Entgelt enthalten. - Bitte beachten: Die Exkursion ist nicht barrierefrei!
Die Bezirksregierung Düsseldorf lädt zu einer besonderen Führung durch das historische Gebäude auf der Cecilienallee ein. Unter dem Titel „Die Bezirksregierung Düsseldorf als ehemalige NS-Täterbehörde – Verbrechen, Kontinuitäten, Aufarbeitung“ beschäftigt sich die Führung mit der Rolle des Regierungspräsidiums, der heutigen Bezirksregierung, während der Zeit des Nationalsozialismus und der aktiven Beteiligung an seinen Verbrechen. Der von Sabine Mansour (Volljuristin), Christiane Pflug-Schimmel (M.A. Politisch-Historische Studien) und Stella Hoppmann (M.A. Geschichtswissenschaften) durchgeführte Rundgang führt durch die Räumlichkeiten der heutigen Bezirksregierung, in denen einst zentrale und damit mörderische Entscheidungen im Namen der NS-Ideologie getroffen wurden. Im Fokus stehen dabei unter anderem die enge Zusammenarbeit mit der - zeitweilig im selben Haus untergebrachten -, Gestapo sowie Täterbiografien, die anhand damaliger Personalakten erarbeitet wurden. Zahlreiche Dokumente und Fotos aus dem Landesarchiv NRW veranschaulichen die Funktion der Behörde im NS-Staat – bis hin zu Beteiligung und Organisation an seinen Verbrechen. Der Fokus liegt auf der besonderen Verantwortung auch einzelner Mitarbeitender und Individuen durch ihr Mitwirken in der Umsetzung der NS-Ideologie auf allen Ebenen entgegen der Idee eines komplexen anonymen „Getriebes“, einer Art „Maschinerie“ oder eines "Strudels" an Mitläufertum. Anhand dieser Inhalte wird vermittelt und deutlich, warum es wichtig ist, sich mit der Täterperspektive zu beschäftigen. Gleichzeitig wird auch anhand von Beispielen auf Formen von Widerstand in der Verwaltung und in der Bevölkerung im Regierungsbezirk eingegangen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den personellen und institutionellen Kontinuitäten in der Nachkriegszeit, den Entnazifizierungsprozessen und der Bezirksregierung als Entschädigungsstelle für NS-Unrecht, einschließlich der kritischen Beleuchtung der Geschichte und Entwicklung dieser Funktion. Die Führung leistet einen Beitrag zur aktuellen Kampagne #NieWiederIstJetzt der Landesregierung NRW und setzt ein aktives Zeichen gegen Hass und Hetze. Zudem findet die Veranstaltung im Rahmen des vhs-Bildungsangebots zu den Themen „Erinnern, Gedenken, Mahnen“ statt. Diese Bildungsreihe bietet Anlass, die nationalsozialistischen Verbrechen, ihre Nachwirkungen und die fortwährende Bedeutung historisch-politischer Bildung im lokalen Kontext und auch im Verwaltungsalltag in den Blick zu nehmen. Die öffentlich zugängliche Führung ist bislang einzigartig und wurde in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf konzipiert, deren Sitz im alten Stadthaus auf der Mühlenstraße ebenfalls bis 1911 und Umzug auf die jetzige Cecilienallee jener der Bezirksregierung war.
